jahnna Gedankenbaum, Tusche

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Wer oder was ist ‹das System›?

Jede und jeder von uns lebt mit einem Teil seines Wesens ‹im System›. Mehr oder weniger eingebunden oder frei. ‹Die Welt›, das ‹Kollektiv› ist ein von uns geformtes Gebilde, das An- und Einpassung fordert und zugleich Halt gibt. Es ist kaum möglich, ganz außerhalb des Systems, der Welt und des Kollektivs zu leben und zugleich ganz hier zu sein, zu begegnen und aus sich selbst heraus zu wirken. Denn alle Menschen, die im System sind, üben es auch aus.

Schon von Geburt an bin ich ein Bürger. Ich kann es kaum jemals nicht sein. Außer, ich würde mir eine Tiefseeglocke bauen und mich auf dem Meeresgrund verstecken. Oder mir eine Privatrakete bauen, um dann im Weltall zu sterben. Ohne Grund zu erwerben oder andere um Obdach zu ersuchen, kann ich nirgends im Land auf Dauer mein Zeit aufschlagen, denn jeder Quadratmeter gehört jemandem. Was absurd ist, denn wir Menschen sind Besucher auf der Erde. Wenn ich einmal geheiratet habe, bin ich nie wieder ‹ledig›, auch wenn ich mit dem damaligen Partner auf physischer, geistiger und seelischer Ebene alles gelöst und vergeben habe. Der freie Mensch ist im System nicht vorgesehen.

Wenn ich Tag für Tag meinem inneren Lebensauftrag folge und etwas aus mir selbst heraus in die Welt bringe, bin ich ‹selbstständig›, was systemisch gesehen mit hohem Profit verknüpft ist. Dementsprechend hoch sind die Zwangsabgaben an die Krankenkasse, auch wenn ich nie zum Arzt gehe und noch andere Menschen in ihrer Heilung begleite. Das System versteht nicht, wie man etwas tun kann, ohne seine Existenz zu sichern. Arbeit ist in möglichst gerade und ineinandergreifende Ausbildungslinien eingedacht, in die das Kind von früh auf per Gesetz eingefasst ist.

Jeder muss im System einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Das System fordert seinen Lohn in Geld. Es ist nicht möglich, innerhalb des Systems dauerhaft ohne Geld zu leben. Das Erschaffen von Geld ist dem Bürger untersagt. Es kann nur weitergereicht werden. Das System erzwingt damit die eigene Dienstleistung, die Geld einbringt. Oder unterwirft den Sozialempfänger vorgeschriebenen Handlungen und damit seinen freien Willen.

Wer aus dem System heraustritt, bekommt Ärger. Menschen, die heute versuchen, kein Bürger mehr zu sein, werden verfolgt und ihre Wohnungen durchkämmt. Das Auto piepst, wenn ich mich nicht anschnalle. Es bremst von selbst, wenn es etwas zwischen den parkenden Autos hervorkommen sieht. Auch wenn die brennende Kerze mein Herz erfreut, so kann ich sie vor dem Schlafengehen nicht ausblasen, ohne den Alarm des in jedem Schlafraum vorgesehenen Rauchmelders zu riskieren. Diesen kann ich nicht abstellen, denn er ist funkvernetzt. Das System übernimmt eine Verantwortung für mich, um die ich nie gebeten habe. Es macht mich klein, denn es ignoriert einen Teil meines Wesens: mein Fühlen und Spüren sowie dessen tiefe Weisheit. Das System ist rein kognitiv. Es ist ein Netz aus Regeln und Handlungswegen, in dem Fühlen und Spüren nicht angefragt werden.

Es bemisst am Alten und Bestehenden. Tun und Wirken wird im zeitnahen Hier und Jetzt geprüft. Es gibt keinen Beauftragten für Propheten und Zukunftsweise, keine Möglichkeit der Befreiung aus dem System, kein Büro, das mit der Selbstprüfung beauftragt ist. Im System sind diese Fragen undenkbar. Je mehr ich mich aus dem System befreie, desto stärker zerrt es an mir und mich in es zurück. Ich bin wie ein Planet im Sonnensystem: Meine Bahn ist mir vorgeschrieben. Wenn ich sie verlasse, bringe ich alles in Unordnung.

Das System ist das Außen unserer inneren Gedankenstruktur: Unzählige Wenn-Danns und So-ist-es bilden das Wegenetz der Möglichkeiten im Denken. ‹Im Denken› gibt es die freien Flächen zwischen den befahrbaren Wegen nicht. Das Denken kann sich nicht vorstellen, dass etwas außerhalb von ihm existiert. Es erkennt zumeist nicht an, dass Fühlen eine Weisheit aus der «Verbundenheit des Herzens» bezieht, die über seine eigenen bekannten Wege hinausreichen.

Wer ein geregeltes Leben führt, und seine Regeln nicht aus sich selbst heraus erstellt hat, lebt ‹im System›. Es regelt sogar das kollektive Fühlen: Freude ist willkommen und wird erwartet. Angst, Wut und Traurigkeit sind im Alltag unerwünscht. Leid ist im Allgemeinverständnis nicht als Gefühl anerkannt, wird unterdrückt und als krank behandelt.

Das System bewahrt und erhält sich selbst. Es ist das Bewahrende und Erhaltende im Menschen. Weder in sich gut, noch schlecht. Manche Systeme wirken lebenserhaltend. Wenn ein System die Lebensräume des Menschen zu sehr einengt, ist es unmenschlich.

Vom Wesen her sind wir Menschen eine Herde. Das System schert alle über den einen Kamm. So kann dieselbe Struktur für den einen hilfreich und für die andere hinderlich sein. Wer kann ahnen, was geschehen würde, wenn von heute auf morgen das ganze System aufgehoben wäre und jede und jeder frei aus sich selbst heraus leben würde?

Wenn viele heute «unter dem System» leiden, ist es ein Zeichen dafür, dass das Denken immer noch über das Fühlen herrscht. Dass beides nicht Hand in Hand geht, in Liebe verbunden.

Wir Menschen haben das System erschaffen und erstellen es jeden Tag neu. Die Neue Zeit braucht ein neues System.

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veröffentlicht am 28.2.2017, letzte Änderung am 28.2.2017 um 10:00 Uhr

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